Sh2-126 und der Gecko-Nebel

Eine Sternenwiege im Sternbild Lacerta / Eidechse

SH2-126

Sh2-126: Leuchtendes Gas und dunkler Staub

Meine Astrofotografie von Sh2-126 zeigt eine abwechslungsreiche Nebellandschaft im Sternbild Eidechse. Rötlich leuchtendes Wasserstoffgas trifft hier auf dunkle Staubbänder und zarte Reflexionsnebel. Vor allem die intensive UV-Strahlung des heißen Sterns 10 Lacertae bringt den ausgedehnten Emissionsnebel zum Leuchten. Der Stern selbst liegt jedoch außerhalb des Bildausschnitts. Die Region steht mit Lacerta OB1 in Verbindung, einem Verband junger, heißer Sterne.

Die Beschriftungen LBN 437, LBN 442 und LBN 448 kennzeichnen einzelne Nebelbereiche. Besonders auffällig ist dabei die geschwungene Molekülwolke LBN 437, auch Gecko-Nebel genannt. Entfernungsmessungen verorten sie ungefähr 1.200 Lichtjahre von uns entfernt. Ihr Staub verschluckt einerseits das Licht dahinterliegender Sterne. Andererseits streut er das Licht benachbarter Sterne und erscheint dadurch als Reflexionsnebel. Zudem erwärmt der markierte Stern HD 213976 den Wolkenkopf von außen.

Junge Sterne und ihre Gasstrahlen

Im dichten Kopf von LBN 437 liegt der junge Stern V375 Lacertae, auch LkHα 233 genannt. Er erzeugt zwei entgegengesetzte Gasstrahlen, die mit dem Herbig-Haro-Objekt HH 398 verbunden sind. In seiner Umgebung befinden sich außerdem die markierten Objekte HH 809, HH 810, HH 811, HH 813 und HH 814.

Solche leuchtenden Gasknoten entstehen, wenn schnelle Ausströmungen junger Sterne auf das umgebende Material treffen. Dabei erzeugen sie Stoßwellen. Allerdings lässt sich bislang nicht jeder einzelne Knoten eindeutig derselben Quelle zuordnen.

Eine 2025 veröffentlichte Studie fand mithilfe von Radiobeobachtungen Hinweise auf einströmendes Gas im Wolkenkopf. Die Forschenden deuten dies als Anzeichen dafür, dass sich die Wolke zusammenzieht und weiterhin Sterne entstehen. Zudem könnte die Strahlung benachbarter massereicher Sterne das Wolkenmaterial verdichten und dadurch neue Sternengeburten anstoßen.

Ein pulsierender Stern und ferne Galaxien

Auch der auffällige Stern 12 Lacertae links unten ist interessant, denn er gehört zu den pulsierenden Veränderlichen vom Typ Beta Cephei. Mehrere überlagerte Schwingungen verändern seine Helligkeit. Die stärkste davon besitzt einen Rhythmus von etwa 4,6 Stunden.

Während die Nebel zu unserer Milchstraße gehören, liegen die Hintergrundgalaxien weit jenseits davon. Zwischen den Gas- und Staubwolken lassen sich beispielsweise die kleinen Lichtflecken der Galaxie PGC 69182 entdecken.

SH2-126 beschriftet
SH2-126 beschriftet

Aufnahmedaten:

Objekt:Sh2-126 · 12 Lac · LBN 437 · LBN 442 · LBN 448
Aufnahmedatum:Oktober 2026
Kamera:QHY268m
Kalibrierung:BIAS · Flats
Montierung:Twinstar FG80
Teleskop:6″ Hypergraph 420mm f/2.8
Korrektor:SharpStar
Filter:Antlia LRGB Dark Series
Antlia 3nm Pro Highspeed H-Alpha
Antlia 3nm Pro Highspeed S-II
Belichtung:RGB jeweils 45 x 120 Sek. / Gain 0 bei -15 °C
H-Alpha: 65 x 600 Sek. / Gain 56 bei -15 °C
S-II: 25 x 600 Sek. / Gain 56 bei -15 °C
Gesamt: 19,4 Std.
Guiding:QHY OAG mit QHY5III585M und PHD2
Software:SGP · PixInsight · Photoshop CC

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