LBN 420 – Galileos Finger
(Galaktischer Zirrus) im Sternbild Eidechse
LBN 420 – ein kaum erforschter Staubnebel in Lacerta
LBN 420 ist eine extrem lichtschwache Staub- und Gasregion im Sternbild Lacerta (Eidechse). Im Lynds-Katalog von 1965 wurde er zwar als „heller Nebel“ klassifiziert, doch moderne Aufnahmen zeigen vor allem einen dunklen molekularen Nebel mit nur schwachen Reflexions- und Emissionsanteilen. Offizielle Bezeichnungen oder weiterführende Studien existieren praktisch nicht – LBN 420 bleibt damit einer der geheimnisvollsten Nebel der Region.
Der Nebel liegt nahe dem bekannten Gecko-Nebel LBN 437 bei ungefähr RA 22h05m und Dec +42°44′. Er gehört wahrscheinlich zur Lacerta-OB1-Assoziation, einer jungen Sternentstehungsregion in rund 1.200–1.700 Lichtjahren Entfernung. Aktive Sternentstehung ist in LBN 420 selbst nicht bekannt; vermutlich handelt es sich um ein Relikt früherer Prozesse in der Umgebung. In großflächigen Karten erscheinen nur lockere, diffuse Staubfilamente ohne klare Konturen.
Optisch zeigt sich LBN 420 fast ausschließlich auf tiefen Langzeitbelichtungen: bläuliche Reflexionsanteile durch gestreutes Sternlicht, kombiniert mit leichten rötlichen H-α-Bögen im Hintergrund. Im Nah- und Mittelinfrarot sollte der warme Staub deutlicher hervortreten, doch spezifische wissenschaftliche Auswertungen zu diesem Objekt fehlen bislang.
Für die Fotografie ist LBN 420 eine echte Herausforderung. Wegen seiner extrem geringen Flächenhelligkeit ist er visuell unsichtbar und erfordert mehrstündige Belichtungen unter dunklem Himmel. Die beste Zeit liegt zwischen August und Dezember, wenn Lacerta hoch am Himmel steht. Sinnvoll sind großflächige Setups (200–600 mm), kombiniert mit RGB für die Reflexionsanteile und H-α-Filter für die schwache Emission. In der Bearbeitung helfen kräftiges Strecken, Hintergrundneutralisierung und gegebenenfalls Sternreduktion, um das feine Staubmuster sichtbar zu machen.
So zeigt sich LBN 420 schließlich als „Whispering Dust“: ein zarter, geheimnisvoller Nebelkomplex, der erst durch geduldige Astrofotografie seine Struktur offenbart.
Aufnahmedaten:
| Objekt: | LBN 420 · NGC 7223 · NGC 7197 · HD 209919 · PGC68216 |
| Aufnahmedatum: | Oktober 2025 |
| Kamera: | QHY268m |
| Kalibrierung: | BIAS · Flats |
| Montierung: | Skywatcher EQ6-R PRO |
| Teleskop: | OCAL H2 |
| Korrektor: | OCAL Korrektor |
| Filter: | Antlia LRGB-V Pro Antlia 3nm Pro H-Alpha |
| Belichtung: | RGB jeweils 60 x 120 Sek. / Gain 0 bei -15 °C Luminanz: 400 x 75 Sek. / Gain 0 bei -15 °C H-Alpha: 48 x 600 Sek. / Gain 56 bei -15 °C Gesamt: 22,3 Std. |
| Guiding: | QHY OAG mit QHY5III678M und PHD2 |
| Software: | SGP · PixInsight · Photoshop CC |

