IC 434 – Pferdekopfnebel

ist ein Emissionsnebel im Sternbild Orion

IC 434 - Pferdekopfnebel

Der Pferdekopfnebel ist eines der bekanntesten und zugleich eindrucksvollsten Objekte am Winterhimmel. Er liegt im Sternbild Orion und erstreckt sich über rund drei Lichtjahre innerhalb einer dichten Dunkelwolke. Seine berühmte Form entsteht nicht durch eigenes Leuchten, sondern dadurch, dass kaltes Gas und Staub das Licht des dahinterliegenden, rötlich strahlenden Emissionsnebels IC 434 absorbieren. So zeichnet sich der Nebel als markante Silhouette ab, die an den Kopf eines Pferdes erinnert. Mit einer Entfernung von etwa 1500 Lichtjahren erscheint er am Himmel dennoch nur etwa ein Viertel so groß wie der Vollmond und ist visuell äußerst lichtschwach. Erst mit Teleskopen mittlerer Größe oder durch Langzeitbelichtungen wird seine Struktur sichtbar, was ihn zu einem klassischen Motiv der Astrofotografie macht.

IC 434 selbst ist ein ausgedehnter Emissionsnebel am Himmelsäquator, südlich des hellen Sterns Alnitak im Oriongürtel. Er wird hauptsächlich durch die energiereiche Strahlung des Mehrfachsternsystems Sigma Orionis ionisiert und gehört zu den jüngeren H-II-Regionen der Orion-OB1-Assoziation. Der Nebel erstreckt sich als lange, schmale, nord-südlich verlaufende Struktur über mehrere Grad am Himmel und grenzt an die Molekülwolke Orion B. Seine Temperaturen liegen – je nach Messmethode – im Bereich von mehreren tausend Kelvin, typisch für ionisiertes Wasserstoffgas, während der eingebettete Pferdekopfnebel selbst extrem kalt ist.

Der Pferdekopfnebel besteht überwiegend aus molekularem Wasserstoff sowie einer Vielzahl einfacher Kohlenwasserstoffe, teils mit Sauerstoff- und Schwefelanteilen. Im äußeren Bereich herrschen Temperaturen um 100 Kelvin, im dichten Kern sogar nur etwa 15 Kelvin. Mit einer Gesamtmasse von rund 27 Sonnenmassen ist er ein bedeutendes Reservoir kalter Materie, in dem langfristig Sternentstehung möglich ist. Gleichzeitig zeigen Messungen im Millimeter- und Infrarotbereich, dass sich die Gasmassen stetig bewegen. Dadurch wird der Nebel seine charakteristische Form in einigen tausend Jahren verlieren – ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie dynamisch selbst scheinbar „statische“ Himmelsobjekte sind.

Historisch wurde der Pferdekopfnebel Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der damals noch jungen Astrofotografie entdeckt. Williamina Fleming erkannte ihn 1887 erstmals als dunkle Einbuchtung im Emissionsnebel, später folgten detaillierte Aufnahmen mit immer größeren Teleskopen. Heute ist er als Barnard 33 katalogisiert und zählt zu den meistfotografierten Dunkelnebeln überhaupt. Moderne Aufnahmen im sichtbaren Licht, im Infrarot und mit Weltraumteleskopen zeigen eindrucksvoll, wie fein strukturiert diese kosmische Staubwolke ist – und warum sie seit Generationen Astronomen und Astrofotografen gleichermaßen fasziniert.

Aufnahmedaten:

Objekt:IC 434 · 48 Ori · 48 sig Ori · 50 Ori) · 50 zet Ori · Alnitak · B33 · Flame Nebula · HD37594 · IC 431 · IC 432 · IC 435 · LBN 944 · LBN 946 · LBN 953 · LBN 954 · LBN 958 · LBN 962 · LBN 965 · LDN 1635 · LDN 1636 · NGC 2023 · NGC 2024 · Orion · Orion B · PGC 147737 · PGC 178620 · PGC 3097143 · Sh2-277 · The star Alnitak (ζ Ori · The star σ Ori · VdB50 · VdB51 · VdB52 · VdB57
Aufnahmedatum:Januar 2026
Kamera:QHY268m
Kalibrierung:BIAS · Flats
Montierung:Skywatcher EQ6-R PRO
Teleskop:OCAL H2
Korrektor:OCAL Korrektor
Filter:Antlia RGB-V Pro
Antlia 3nm Pro H-Alpha
Antlia 3nm Pro O-III
Belichtung:RGB jeweils 65 x 120 Sek. / Gain 0 bei -15 °C
H-Alpha: 11 x 600 Sek. / Gain 56 bei -15 °C
O-III: 10 x 600 Sek. / Gain 56 bei -15 °C
Gesamt: 10 Std.
Guiding:QHY OAG mit QHY5III568M und PHD2
Software:SGP · PixInsight · Photoshop
IC 434 - Pferdekopfnebel
Beschriftet

 

IC 434 – ionisierte Wasserstoff Linie – Sterne wurden entfernt
IC 434 – ionisierte Wasserstoff Linie – Sterne wurden entfernt

IC_434 - Pferdekopfnebel

AUFNAHMEDATEN:

Objekt:IC 434
Aufnahmedatum:November/Dezember 2020
Entfernung: 1.500 Lichtjahre
Durchmesser:3 Lichtjahre
Belichtung:75 x 300 Sek. für RGB

26 x 900 Sek. für Dual Schmalband

Gesamt: 12,7 Std.

Kalibrierung:Darks / Flats / DarkFlats
Montierung:Skywatcher EQ6-R PRO
Teleskop:Lacerta Fotonewton 250/1000
Korrektor:Lacerta GPU Komakorrektor
Filter:Astronomik L2 UV-IR Block 2″

Optolong Filter L-eXtreme 2″

Kamera:QHY268c @ Gain 0 / 60 bei -15°C
Guiding:ZWO OAG mit ASI 120mm-s und PHD2
Auflösung:0,77 Bogensekunden/Pixel
Software:APP / PI / Photoshop CC
IC 434 - Pferdekopfnebel - Halpha
Ionisierte Wasserstoff Alpha Linie sternlos von IC 434