NGC 7009 – Saturnnebel
ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Wassermann…


…und rund 3.900 Lichtjahre von uns entfernt. Ältere Schätzungen lagen teilweise deutlich darunter, moderne Messungen mit dem Gaia-Satelliten ergeben jedoch eine Entfernung von etwa 3.850 bis 4.000 Lichtjahren.
Entdeckt wurde er bereits 1782 von William Herschel. Seinen heutigen Namen erhielt er später, weil seine langgezogene Form mit den beiden seitlichen „Henkeln“ tatsächlich ein wenig an den Planeten Saturn erinnert. Mit Planeten selbst haben planetarische Nebel allerdings nichts zu tun.
Wir sehen hier vielmehr die Überreste eines sonnenähnlichen Sterns. Am Ende seines Lebens stieß dieser große Teile seiner äußeren Hülle ins All ab. Zurück blieb ein extrem heißer Zentralstern mit ungefähr 80.000–90.000 Kelvin, dessen intensive UV-Strahlung das ausgestoßene Gas zum Leuchten bringt. Im Laufe der nächsten Jahrtausende wird daraus schließlich ein Weißer Zwerg.
Besonders spannend finde ich die Struktur des Nebels. NGC 7009 besteht nicht einfach nur aus einer einzelnen Gashülle, sondern aus mehreren ineinanderliegenden Schalen, einem schwachen äußeren Halo und zwei auffälligen Ausläufern. An deren Enden sitzen die sogenannten Ansae – lateinisch für „Henkel“. Moderne Beobachtungen mit dem MUSE-Instrument am Very Large Telescope zeigen, wie komplex Gas und Staub innerhalb des Nebels tatsächlich verteilt sind.
Auch wissenschaftlich ist NGC 7009 noch immer interessant. Eine Untersuchung aus 2024 konnte in den äußeren Henkeln erstmals räumlich aufgelöste Emission von neutralem Kohlenstoff nachweisen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass sich dort dichte, teilweise noch molekulare Gasklumpen befinden, die durch die intensive Strahlung des Zentralsterns langsam „verdampft“ werden. Die auffälligen Enden des Saturnnebels sind also vermutlich komplizierter aufgebaut als einfache Materiestrahlen, wie man früher teilweise angenommen hatte.
Für die Astrofotografie ist NGC 7009 trotz seiner relativ hohen Helligkeit eine Herausforderung: Er ist sehr klein. Dafür besitzt er eine hohe Flächenhelligkeit und starke Emissionslinien – insbesondere [O III]. Mit genügend Brennweite und gutem Seeing lassen sich neben der hellen Hauptschale auch die charakteristischen seitlichen Ausläufer sichtbar machen. Gerade diese feinen Strukturen machen den Saturnnebel für mich zu einem besonders interessanten planetarischen Nebel.
Aufnahmedaten:
| Objekt: | NGC 7009 · PK037-34.1 · PGC966542 · PGC966057 |
| Aufnahmedatum: | August 2026 |
| Kamera: | QHY miniCAM8 EVO |
| Kalibrierung: | BIAS · Flats |
| Montierung: | Twinstar FG80 |
| Teleskop: | Lacerta 10″ Fotonewton 250/1000 – Bj. 2021 |
| Korrektor: | TS Komakorrektor 0.95x |
| Filter: | QHY miniCAM8 EVO |
| Belichtung: | RGB jeweils 30 x 120 Sek. / Gain 0 bei -15 °C H-Alpha: 18 x 600 Sek. / Gain 0 bei -15 °C O-III: 40 x 300 Sek. / Gain 0 bei -20 °C S-II: 16 x 600 Sek. / Gain 0 bei -20 °C Ar-III: 20 x 600 Sek. / Gain 0 bei -15 °C He-II: 30 x 300 Sek. / Gain 0 bei -20 °C Gesamt: 17,8 Std. |
| Guiding: | QHY5III585M und PHD2 |
| Software: | SGP · PixInsight · Photoshop |





